Pixelprojekt_Ruhrgebiet - 1m³

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Christian Diehl, Herten, 2006 (zurück zur Übersicht)

1m³ - 19 teilige Arbeit - 2006

Gibt es bestimmte Wesensmerkmale von Haldenflächen?
Welche Pflanzen und Tiere sind dort heimisch?
Welche Formen, Farben und Strukturen prägen das Erscheinungsbild dieses Ortes?
Diesen Fragen spürte Christian Diehl in seiner Arbeit 1 m3 nach.

Haldenflächen sind typische Geländeformationen im Ruhrgebiet. Abraumhalden bestehen aus „totem Gestein“, eine Art Restgestein, welches beim Kohleabbau keine Verwendung findet.

Von der Montanindustrie geprägt bilden sie eine für diese Region typische Landschaft und werden nun begrünt und als Freizeit- und Naherholungsgebiet an die Bevölkerung zurückgegeben. Die Halde Hoheward zählt zu einer der größten Halden Europas, mit einer Höhe von ca. 150 m und einer Flächenausdehnung von 1,6 km2.

Christian Diehl stach einen Kubikmeter typischen Haldenbodens der Halde Hoheward heraus, um ihn in einem Fotostudio fotografisch zu untersuchen. Unter Verwendung einer sachlichen Fotografie fand eine art wissenschaftliche Dokumentation statt, die Aspekte aus dem Bereich Botanik, Geologie und Zoologie beleuchtet.

Bei seiner Vorgehensweise hat er den Erdblock komplett in seine Bestandteile wie Sträucher, Pflanzen, Blüten, Bodenproben, Steine, Tiere, Käfer und Würmer zerlegt und diese fotografiert. Dadurch entstand eine Bestandsaufnahme einer übersehenen Geländeform hinsichtlich ihrer pflanzlichen und tierischen Lebensformen.

Die einzelnen Bilder wurden bewusst als Versatzstücke eingesetzt, die direkt oder assoziativ aufeinander Bezug nehmen, um die Vielschichtigkeit des Themas „Halde“ erfahrbar zu machen.

Anja Kügler, 2006

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Christian Diehl