Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Das Haus der Familie K.

Das Haus der Familie K. zurück zur Übersicht

Ingrid Weidig, Duisburg, 1980-1982 (zurück zur Übersicht)

''Das Haus der Familie K''. ist Teil einer Dokumentation über den Abriss einer Arbeitersiedlung in Duisburg Hochfeld zwischen März 1980 und Januar 1982.

Als die Arbeitersiedlung der Kupferhütte um 1906 errichtet wurde, hatte man die Wohnhäuser direkt neben das Industriewerk gebaut. Über die mit dem Hüttenwerk verbundene Verseuchung der Luft, des Bodens und der gesundheitlichen Gefährdung der Bewohner hatte man sich wohl noch keine Gedanken gemacht.

Mitte der 70-er Jahre begann die Sanierung des Stadtteils Hochfeld und der Abriss der Kupferhüttensiedlung wurde geplant, das Gelände sollte danach nicht mehr als Wohngebiet ausgewiesen werden. Sobald eine Wohnung frei war, wurden Fenster und Türen zugemauert, sobald ein ganzes Haus leerstand, kamen die Abbruchbagger.

Vielen Menschen fiel es jedoch schwer ihre meist schon seit langem bewohnten Häuser zu verlassen - trotz der aggressiven Luft und der offensichtlichen Umweltzerstörung. Ein großes Problem war dabei die Beschaffung neuer preiswerter Wohnungen, denn ''selbst ein Viertelhaus mit Garten in dem die Erde rostig ist und wo kaum noch Grün wächst, bietet mehr
Freiheit und Nachbarschaft als eine Wohnung in einem großen Mehrfamilienhaus oder Wohnblock. Ausserdem arbeiten wir alle auf der Kupferhütte, der Weg zur Arbeit ist kurz und wir brauchen hier kein Auto.'' (Frau K.)

Auch eine aktive Bürgerinitiative konnte den Abriss nicht mehr verhindern. Im Rahmen der Stadtteilsanierung Hochfelds wurde das Gelände der ehemaligen Siedlung oberflächlich abgetragen und zu einer Grünfläche umgebaut.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Ingrid Weidig