Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Nebensaison

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Jutta Schmidt, Dortmund, 2011-2016 (zurück zur Übersicht)

Die Bilder dieses Fotozyklus sind innerhalb eines Langzeitprojektes rund um den Dortmunder Phoenixsee entstanden. Die seit 2011 andauernde Bebauung von Wohn-, Geschäfts- und Gewerbegrundstücken erfolgt parallel zur Nutzung des Areals als Naherholungsgebiet.
So steht der neue See und dessen fortschreitende Bautätigkeit permanent im Visier der Dortmunder Bevölkerung und der zahlreichen Besucher. Gleichzeitig greift der Umbau stark in das soziale Gefüge des ehemaligen Arbeiterquartiers Hörde ein, was vielerorts kritisch diskutiert wird.
Meine Fotografien zeigen vor allem das Leben rund um die Großbaustelle. Zum einen suchen sie die kleinen unspektakulären und narrativen Momente. Da ist die zurückgelassene Zeitung des Bauarbeiters oder das findige Behelfskonstrukt zur Absicherung einer Baugrube. Kinder, die in einer Baustelle spielen, Müllberge, die sich vor schicken Neubauten anhäufen oder auch das Gesicht im Dunkel eines Bauwagens.
Zum anderen wird das Enstehen des neuen Stadtteils mit seinem zuweilen kulissenhaften Auftritt wahrnehmbar gemacht wird. So verliert sich im Obergeschoss eines Rohbaus ein winziger Arbeiter in orangener Schutzkleidung oder eine scheinbar freistehende Hausfront gibt in Hollywoodmanier den Blick durch mehrere Fensterrechtecke in den freien Himmel.
Alle Aufnahmen speichern lediglich einen flüchtigen Moment innerhalb des großen Geschehens. Die dadurch entstehende neue Gewichtung fokusiert den neuen Stadtteil nicht als spektakuläres städtebauliches Phänomen, sondern vor allem als einen Ort an dem Menschen in allen Facetten leben und arbeiten und ihre Spuren hinterlassen.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Jutta Schmidt