Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Ripse

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Wolfgang Fröhling, Oberhausen, 2006 (zurück zur Übersicht)

Das Wort Industriekultur war noch nicht gefunden als Mitte der 60er Jahre der Abriss von einigen Arbeitersiedlungen geplant und teilweise begonnen wurde. Doch die Bewohner protestierten: Sie liebten ihre Siedlungen, ihre Gärten, den nachbarschaftlichen Zusammenhalt.

Auch die Siedlung an der Ripshorster Straße war vom Abriss bedroht. Die unsichere Zukunft der Häuser führte zu vereinzeltem Leerstand, da die Wohnungen nicht neu vermietet wurden. Als der allmähliche Verfall der Siedlung begann, gründete sich die Bürgerinitiative 'RETTET DIE RIPSE'. Sie machte auf die Missstände aufmerksam und versuchte eine Neuvermietung der leerstehenden Häuser zu erreichen - jedoch vergeblich.

Im April 1981 wurde das erste Haus auf der Ripshorter Straße besetzt. Große Teile der  Nachbarschaft solidarisierten sich mit den Zielen der Besetzer. Zwei Jahre später wurden die Forderungen der Besetzer erfüllt: die nötigsten Renovierungen wurden vorgenommen und neue Mietverträge abgeschlossen.

Als mit den Planungen um die „Neue Mitte Oberhausen“, das alte Industriegelände zum Objekt der modernen Stadtplanung wurde, erschien die ''Ripse'' erneut als Störfaktor. Wieder wurden Überlegungen angestellt, die Häuser abzureißen; wieder kam es zum Prostest der Bewohner, der erneut von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützt wurde.

Schließlich gründeten die Bewohner eine Genossenschaft, über die der  Ankauf der Siedlung geregelt werden sollte. 2001 wurde der Kaufvertrag unterschrieben und nach 20 Jahren war der Häuserkampf an der Emscher beendet. Im laufe der Jahre entstand so aus einer ehemaligen Arbeitersiedlung eine alternative Wohnsiedlung in der Alte, Arbeitslose, Akademiker, Ausgegrenzte und Ausländer ihr zuhause fanden.

Die Fotos entstanden 2006 kurz vor dem legendären Straßenfest ''25 Jahre Emschertanz''.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Wolfgang Fröhling