Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Zwischenstadt, Ruhrgebiet

Zwischenstadt, Ruhrgebiet zurück zur Übersicht

Frederike Wetzels, Bochum / Dortmund / Essen / Oberhausen / Unna, 2011 (zurück zur Übersicht)

„Die Zwischenstadt ist der Raum zwischen den alten historischen Stadtkernen und der offenen Landschaft, zwischen dem Ort als Lebensraum und den Nicht - Orten der Raumüberwindung, zwischen den kleinen örtlichen Wirtschaftskreisläufen und der Abhängigkeit vom Weltmarkt.“ - Thomas Sieverts

In meinem Beitrag für das Pixelprojekt Ruhrgebiet zeige ich in ausgewählten Fotografien diese Region als ein Ballungszentrum, das als exemplarisch für die Stadtentwicklung der Zwischenstadt gilt, da es bereits in seiner Entstehungsgeschichte kaum traditionell stadtbildenden Kräften unterlag, sondern sich vorrangig im Zuge der Montanindustrie formiert hat und heute eine Landschaft beschreibt, in der einzelne Städte über ihr Umland zu neuen Stadtfeldern zusammenwachsen und eine neuartige heterogene, polyzentrale Raumstruktur bilden. Dieser neue Typ von Stadtlandschaft ist mit traditionellen Landschaftsbegriffen kaum mehr zu fassen und hat sich in Folge lange Zeit der öffentlichen Wahrnehmung entzogen, so wägt sich die Zwischenstadt in mehrfacher Hinsicht in einem Zwischenzustand, ist weder Stadt, noch Land noch Vorort. Stattdessen handelt es sich um eine zersiedelte Landschaft, die sich als getreues Abbild einer arbeitsteilig strukturierten Gesellschaft in räumliche und zeitliche Inseln mit spezialisierten Funktionen teilt, in unterschiedliche Stadtfelder ohne eindeutige Mitte. Die Zwischenstadt ist insofern als Resultat und Instrument sozio-ökonomischer Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zu interpretieren und dominiert nicht nur das Ruhrgebiet, sondern auch die Landschaft Deutschlands heutzutage.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Frederike Wetzels