Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Afrika United - Schwarzer Fußballzauber im Revier

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Gerno Michalke, Essen, 1991-1992 (zurück zur Übersicht)

Africa United - Schwarzer Fußballzauber im Revier

Die „Schwatten“ wie die Spieler aus Ghana, Nigeria und anderen Afrikanischen Ländern von ihrem Gast-Verein, der Essener Turngemeinschaft – West genannt wurden, fanden mit einigen Schwierigkeiten 1991 diesen Verein, der sie aufnahm und sie von einer Freizeitmannschaft zu einem Team mit afrikanischer Spiel-Kultur katapultierte.
Doch sie hatten auch zu lernen, ihre lockere Einstellung zu Tugenden wie Disziplin und Pünktlichkeit den Vereins-Richtlinien unterzuordnen. Auch intern wurde oft diskutiert, wie die Organisation der Mannschaft auszusehen habe und nur der Spieler aufgestellt wird, der auch beim Training erscheint. Ihr Spielerkader war groß, aus dem ganzen Ruhrgebiet wollten Afrikaner dabei sein, jedoch wollten oder konnten viele nicht regelmäßig trainieren und spielen. Im weiteren gab es auch Sprachprobleme, da die Truppe selbst zum Multi-Kulti Schmelzpott wurde. Ihre Spiele waren Sonntagsmorgens auf den Fußballplätzen der C-Liga gerade deshalb eine Augenweide. Auch ältere Spieler zeigten gleich ihren jüngeren Fußball-Zauberern mit viel Spielwitz, die unerwarteten Balltricks und Spielkombinationen, die das Publikum und die wachsende Fangemeinde anzog und applaudierend feierte.
Gefeiert wurden die Siege auch in voll besetzten Vereinshaus an der Haedenkampstraße, bei größeren kulturellen Festen wurde schon mal ein Saal angemietet, wie für das Africa United Vereinsfest am 35. Unabhängigkeitstag von Ghana. Das Zusammenkommen und der Austausch ist den im Ruhrgebiet lebenden Afrikanern bei diesen Gelegenheiten durch ihren Verein genauso wichtig, wie die Ballkünste auf dem matschigen Ascheplatz.
Innerhalb einer Spielsaison stiegen sie von der untersten in die Kreisliga B auf und spielten hier um den direkten Weiteraufstieg in die A-Liga.

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