Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Artifizielle Wirtschaftsfotografie

Artifizielle Wirtschaftsfotografie zurück zur Übersicht

Markus Steur, Dortmund, 2006 (zurück zur Übersicht)

Energiestrotzende Bilder von höchster Bewegtheit als Umkehrung der Wahrnehmung - mit ruhendem Pol des Bewegten. Imagefotos für den Unternehmensverbund DSW21, Dortmunder Stadtwerke, die ihr Sujet bei weitem überschreiten: ins Bild gesetzte Wirtschaftsphilosophie.

Alles ist im Fluss und flieht dahin: die Wolken, die Dinge, die Orte. Rasende Eile überall. Allein einen Haltepunkt bilden sie ab, die bewegten Bilder des Dortmunder Fotografen Markus Steur.
Und dieser eine, zentrale Haltepunkt bezaubert und verstört zugleich. Denn der ruhende Fokus der Bilder, niemals dort vermutet, liegt auf den bewegten Gegenständen selbst.
Hochbahn, U-Bahn, Flugzeugturbine, Containerverladekran und Straßenszene mit einem Kirchturm, dem Ort der Uhren, dem Raum der Zeit: Was sich bewegt, steht still, und was für unsere Augen ruht, ist in Bewegung.

Steurs Fotografien zelebrieren die Umkehrung der Sehgewohnheiten selbst, ein luzides Spiel von Statik und Dynamik - die Bewegung des Unbewegten und die Ruhe des Bewegten. Markus Steurs Bilder machen sichtbar, was nicht zu sehen ist und was kein Mensch jemals gesehen hat. Sie bilden ab, was uns, was Wirtschaft ganz im Kern bestimmt: die Aktion in Zeit. Damit definieren sie die alltägliche Erfahrungswelt neu und setzen ins Bild, was niemals sichtbar war: als Medium der Zeit die Relativität der Dinge.

Fast wie die Quadratur des Kreises überschreiten Markus Steurs Bilder ihr Sujet: Artifizielle Wirtschaftstheorie als Code der Sichtbarkeit - Philosophie im Medium der Fotografie.

© Ute Schmidt, die-schreibweisen.com | VIII/2006

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Markus Steur