Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Die A40 ist eine Straße

Die A40 ist eine Straße zurück zur Übersicht

Bettina Steinacker, Bochum / Duisburg / Essen / Mülheim a. d. Ruhr, 2003 (zurück zur Übersicht)

Die A40 – eine kurze Beschreibung
Die A40 ist eine Straße. Die A40 ist eine Autobahn. Die A40 ist die wichtigste Ost-West-Verbindung durchs Ruhrgebiet. An dieser Straße leben viele Menschen. Weil sie eine wichtige Straße ist, fahren dort viele Autos, zwischen dem Dreieck Essen-Ost und Frillendorf z.B. 132.100 pro Tag. Vor vielen Jahren war die A40 einmal eine Landstraße, aber weil das Ruhrgebiet Zeiten hatte, in denen es unverhältnismäßig schnell wuchs, zerschneidet sie nun dichtbesiedeltes Gebiet.
Dass ein Haus in unmittelbarer Nähe der Autobahn steht, ist heute nichts ungewöhnliches mehr, in dieser Intensität ist es jedoch einmalig und veranlasst Ortsfremde immer noch zu ungläubigen Ausrufen, wie es wohl möglich sein kann, hier zu wohnen.
In der Zeit, bevor sie Autobahn wurde, wurde der A40 der Name “Ruhrschnellweg” gegeben. Der Volksmund hat die Bezeichnung längst in “Ruhrschleichweg” umfunktioniert, weil sich in Stoßzeiten eine zusammenhängende Blechlawine von Dortmund nach Duisburg wälzt.
Man kann die A40 auf verschiedenste Art und Weise wahrnehmen bzw. benutzen:
als durchreisender Autofahrer, als täglicher Pendler, als Fußgänger, als Spaziergänger, als Benutzer der an ihrer Strecke befindlichen öffentlichen Verkehrsmittel, als Anwohner, als angrenzender Schrebergartenbesitzer, als Spielplatzbesucher etc.
Im vorliegenden Buch soll die A40 aus der Sicht des Fußgängers, des aus nächster Nähe mit der Straße konfrontierten Blickes beschrieben werden. Eine Betrachtungsweise, die die alltägliche Wahrnehmung in den Vordergrund stellt. Dies ist ein besonderes Charakteristikum der A40: dass man sie in dieser Intimität beschreiben kann. Direkte Konfrontation, ausgesetzt sein und miteinander leben.
Man kann wunderbare Panoramablicke von den Fußgängerbrücken aus genießen. Oder überraschende Ein-Ausblicke durch die Notausgangstüren der Lärmschutzwälle. Mit dem mitten in der Autobahn fahrenden Schienenbus in Essen erlebt man eine
Fahrt der besonderen Art. Oder man studiert bei ausgedehnten Spaziergängen an der Straße die verschiedenen Bauarten der Lärmschutzwände. Hat man Hunger, ist der nächste Kiosk meist nicht weit. Wenn man an einer Lärmschutzwand entlangläuft, passiert es zeitweise, dass man von einer kathedralhaften Stille überrascht wird. Dann nämlich, wenn sich die Autos auf der
anderen Seite aufgrund von Stau kaum schneller fortbewegen als man selbst.
Es gibt viel zu entdecken. Obendrüber, untendrunter und daneben.
Zur Orientierung oder für eigene Entdeckungen der Leser sind die aufgenommenen Orte mit der Nummer der jeweiligen Autobahnausfahrt gekennzeichnet, in deren Nähe sie sich befinden.

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