Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Industriegastronomie

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Ulrik Eichentopf, Duisburg / Essen / Gelsenkirchen / ..., 2005-2007 (zurück zur Übersicht)

Gastronomie in den Industriearchitekturen des Ruhrgebiets

Das Ruhrgebiet befindet sich in einer Phase eines rasanten Wandels. Die charakteristische, über Generationen entstandene Industrielandschaft wird innerhalb kürzester Zeit vollkommen umstrukturiert. Einst ganze Stadteile beherrschende Industriekomplexe, zu denen die dort lebenden Menschen eine starke traditionelle und emotionale Bindung aufbauten, die die Bewohner des Ruhrgebiet weit über dessen Grenzen hinaus charakterisierte, sind heute nur noch auf Straßenschilder oder Gedenktafel wieder zu finden. Ersetzt wurden sie durch Bauwerke deren baldiges Verschwinden und recyceln schon im Entwurf eingeplant ist. Einige wenige Artefakte sind jedoch übrig geblieben. Mittlerweile werden diese Ruinen gesichert und restauriert um sie der Nachwelt zu erhalten. Ihre Transformation ist vielfältig. Früher waren sie Stätten der Arbeit, der Hitze, des Lärms und der Hektik, heute Ruhepole des kulturellen, privaten oder kulinarischen Lebens. Eins haben all diese Objekte gemeinsam. Eine Verbindung zu schaffen zwischen der historisch gewachsenen Substanz und unserer heutigen Zeit, mit dem Ziel die Überreste einer untergegangenen Industriekultur nicht nur zu konservieren, sondern lebendig zu halten, damit sie ihre Nachfolger überlebt.
Inhalt der fotografischen Auseinandersetzung ist die Visualisierung dieser Verbindung am Beispiel verschiedener Gastronomien. Denn dort treten die Unterschiede am öffentlichsten und vielfältigsten auf. Sei es im angesagtesten Club, im Theatercafé, in der Kantine, im Ausflugslokal oder in einem ausgezeichneten Restaurant. Sie sind für ein breites Publikum mit den unterschiedlichsten Interessen sichtbar.
Alle Aufnahmen entstanden analog mit einer 8/10 inch Großformatkamera. Während der Belichtung wurde der Film zur Hälfte abgedeckt, um die Panoramawirkung des langestreckten Querformates zu verstärken. Durch die präzise Wiedergabe und Schärfe dieses Materials ergibt sich die Möglichkeit extrem detailgetreue Vergrößerungen bis zu einem Format von 400/ 150 cm zu erstellen, wodurch für den Betrachter der Eindruck entsteht sich in der Abbildung des Raumes zu bewegen.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Ulrik Eichentopf