Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Landschaftsbauwerke im Emscherpark

Landschaftsbauwerke im Emscherpark zurück zur Übersicht

Ekkehart Reinsch, Kamen / Gladbeck / Gelsenkirchen / Essen, 1995 (zurück zur Übersicht)

Bei meinen hier gezeigten Bildern handelt es sich um eine topografische Arbeit, mit den Mitteln der konventionellen Fotografie zum Thema '' Renaturierte Abraumhalden im Ruhrgebiet ''. Der Emscherraum im Ruhrgebiet war lange Zeit die prosperierende Wirtschaftsregion des Bergbaus und der Montanindustrie Europas. Aufgrund des natürlichen Reichtums, dem '' schwarzen Gold '', vollzog sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine explosionsartige Entwicklung im industriellen Abbau des Steinkohlevorkommens. Grund dafür waren die Entwicklung und der Einsatz von Dampfmaschinen zur Kohleförderung, die es ermöglichten, auch in grossen Tiefen untertage Kohle abzbauen. Auch konnte durch den Einsatz von Maschinen die Fördermenge gewaltig gesteigert werden. Bei der Kohlegewinnung ensteht zu einem bestimmten Prozentsatz taubes Gestein, auch Abraum genannt. Dieser Abraum wurde meistens gleich neben den Zechen abgekippt, und so entstanden mit der Zeit, zum teil riesige Abraumhalden. Im gesamten Ruhrgebiet zählt man heute ca. 250 solcher '' neuen Berge '', die das geografische Landschaftsbild dieser eher landschaftlich flachen Region stark verändert haben. Das Einführen neuer Energieträger und unprofitable Abbaubedingungen führten schliesslich dazu, das der grösste Teil aller Zechen im Ruhrgebiet geschlossen wurden. Dieses plötzliche Ende historisch gewachsener Strukturen hinterließ tiefgreifende Spuren in der gesamten Region. Seither werden grosse Anstrengungen unternommen, auf dem Gebiet des tertiären Sektors einen gewissen Ausgleich zur Montanindustrie und zum Bergbau zu schaffen, um neue Arbeitsplätze zu gewinnen.
Durch Neuansiedlungen - z. B. von Technologieparks usw. - soll diese Entwicklung noch forciert werden. Auch ist man bemüht die landschaftlichen Hinterlassenschaften des Bergbaus - die Abraumhalden, die als sogenannte Brachlandschaften in einem jahrelangen Dämmerzustand verweilten, durch groß angelegte Umgestaltungskonzepte und mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand zu renaturieren.

Bei der Aufnahmetechnik habe ich mich für das Grossformat
( 13x18 / Negativ ) mit seiner sehr hohen Informationsdichte entschieden. Ich arbeitete ausschliesslich mit der Normalbrennweite. Diese Optik entspricht in seiner perspektivischen Bildwirkung, dem normalen Sehempfinden des Menschen. Ein Weitwinkel- oder Teleobjektiv, würde diese normale Perspektive durch Srecken oder Stauchen in der Bildwirkung, und somit in der Bildaussage, stark subjektivieren.
Alle Begehungen wurden bei diffusem Licht durchgeführt.
So wurden die Motive nicht durch unterschiedliche Lichtstimmungen, wie harte Schatten oder unruhiger Wolkenhimmel, dramatisiert - ging es mir doch um
eine möglichst '' neutrale '' Darstellung der Motive.

Ekkehart Reinsch

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