Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Langenbrahm

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Norbert Enker, Essen, 1984-1986 (zurück zur Übersicht)

Langenbrahm _ eine Zechenanlage im Wandel



Im Rahmen des Seminars ''Ortserkundung Ruhrgebiet'' an der Gesamthochschule Essen hat der Fotograf Norbert Enker von 1984 bis 1986 die Veränderungen und Entwicklungen der ehemaligen Zechenanlage Langenbrahm in Essen-Rüttenscheid dokumentiert. Mit der Kamera begab er sich auf Spurensuche und präsentierte im September 1986 in der Ausstellung ''Das bringt keine Kohle mehr - Veränderung der ehemaligen Zechenanlage Langenbrahm zu einem Gewerbegebiet'' im Ruhrlandmuseum seine Fotos von Bergwerksarchitektur, die an große Zechen-Zeiten erinnern, die Verfall zeigen und die neuen Anfänge signalisieren.

Die Zeche Langenbrahm, 1772 gegründet, gehörte zu den ältesten Pütts im Ruhrgebiet. Der Abt von Anselmus verlieh in jenem Jahr die Flözrechte für den Abbau einer Kohlenbank, die nahe unter der Erdoberfläche von der Kluse im heutigen Stadtwald ausging. Der Name Langenbrahm geht auf den dort gelegenen mit Ginster bewachsenen Waldhang zurück.(''Brahm'' bedeutet soviel wie Ginster).

Im Jahr 1950 war das Grubenfeld soweit ausgekohlt, daß man den Förderbetrieb einstellte und 1951 mit der Demontage begann. Mit dem Bau der neuen Autobahn A 52 im Jahre 1979 wurde das ehemalige Zechengelände gänzlich zerschnitten.

Kurz vor dem Abriss der Schachtanlage I/3 in Essen-Rüttenscheid konnte Norbert Enker den Wandel dieser Anlage im Bild festhalten und eine Dokumentation über die alten Zechenbauten erstellen, in denen sich in mehr als drei Jahrzehnten seit der Stillegung etwa 50 verschiedene Handwerks- und Gewerbebetriebe angesiedelten.

Eine stille Faszination geht von diesem „neuen“ Leben aus,
das in der mehr und mehr zerfallenen alten Industrie-architektur eine neue Heimat gefunden hatte.

Die Provisorien der damaligen Handwerksbetriebe mit ihren befristeten Mietverträge sind mittlerweise Geschichte,
Inzwischen ist alles ‚plattgemacht’ und es entstand ein modernes Industriegebiet mit Kleingewerbe.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Norbert Enker