Pixelprojekt_Ruhrgebiet - Neue Mercatorhalle

Neue Mercatorhalle zurück zur Übersicht

Susan Feind, Duisburg, 2006 (zurück zur Übersicht)

Die Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit entstehendem Raum. Sie schließt ein 2001 begonnenes Projekt über den Wandel der Duisburger Innenstadt anhand des Geländes der Mercatorhalle ab, und ist gleichzeitig meine Diplomarbeit. Auf dem Gelände der ehemaligen Mercatorhalle entstand während dieser Zeit ein neuer Gebäudekomplex, der neben der neuen Mercatorhalle ein Spielcasino und eine Shopping-Mall kombiniert.

Der Zeitpunkt des Fotografierens zeigt eine Momentauf-
nahme, die wenige Minuten später so nicht mehr existiert. Durch die Komprimierung, eines realen Zeitraums von vier Monaten, innerhalb des Buchs wird es dem Betrachter ermöglicht, sowohl das einzelne Bild, als auch die fortschreitende Veränderung des Raums zu betrachten. Ziel der Arbeit ist es nicht, den Neubau als Ganzes zu begreifen, sondern die einzelnen Orte in ihrer kurzzeitigen Daseinsform zu erfahren.

Die einzelnen Aufnahmen verdichten sich im Verlauf
des Buchs, was jedoch immer bleibt ist die Ruhe, die die Fotografien ausstrahlen.

Ich verstehe meine Arbeit nicht als dokumentarische Baustellenfotografie, auch wenn Momentaufnahmen vermeintlicher Realität immer eine Form von Dokumentation darstellen. Vielmehr konzentriert sich
jede Aufnahme auf einen genau gewählten Ausschnitt
und vermittelt eine gefühlte Stimmung.

Die Faktoren Zeit und Licht spielen in der gesamten
Arbeit eine bedeutende Rolle, um die Persönlichkeit des jeweiligen Raums zu erfahren. Die Auseinandersetzung mit dem Raum hängt wesentlich von den Lichtsituationen ab. Das auftretende Licht ist ausschließlich vorhandenes.
Dabei steht die Rohheit des Materials häufig im Wider-
spruch zum vorhandenen Gegenlicht.
Die Frage nach der Nutzung des jeweiligen Raums ist nur am Rande zu erahnen. So weiß man innerhalb der Diplomarbeit nie, an welcher Stelle des Gebäudes man sich befindet.
Der Ort dehnt sich ohne erkennbare Grenzen aus. Manche Aufnahmen der Räume wirken sehr abstrakt, Oben und Unten verschwimmen.

Für meine gesamte Arbeit war es wichtig, mich auf die momentane Raumsituation einzulassen, Licht wahrzunehmen und Veränderung fotografisch zu verarbeiten und dabei eine gewisse Distanz nie aufzugeben.

Die Zusammenhänge der Räume untereinander und die Außenansichten sind für diese Betrachtungen irrelevant.

Das entstandene Buch zeigt die Phase des Rohbaus. Innerhalb des Buches sind den 3 Phasen (Stützenkonstruktionen, reiner Betonbau und beginnender Ausbau) eigene Abschnitte gewidmet, die sich chronologisch entwickeln.

© Sämtliche Nutzungsrechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Susan Feind